Sep 192012
 

citytuesday1-tncitytuesday2-tncitytuesday3-tncitytuesday4-tn

Es ist zum Mäuse melken. Da greift jemand die Idee einer meiner Lieblingsfilme (Groundhog Day) auf und paart sie mit einem unverbrauchten Infografik-Stil, der mir absonderlich gut gefällt. Seit dem ersten Trailer bin ich Feuer und Flamme für City Tuesday, doch kaum hat es angefangen, ist das Erstlingswerk von Chris Zukowski (diesmal ohne Kinder) auch schon wieder vorbei. Die kurze Spielzeit macht Spaß, ohne Frage. Allerdings starrte ich ungläubig auf den finalen Bildschirm: „Das soll’s schon gewesen sein? Ich will MEHR!“. Kurz drauf tippte ich auch schon eine Morddrohung motivierende E-Mail an den Autoren, mit der Bitte um mehr Inhalte.

Schwarz auf weiß

Zum Start werdet ihr mit zwei Tutorials konfrontiert, welche die recht einfache Spielmechanik vorstellen: Eine Taste zum interagieren, eine andere zum springen. Wollt ihr, dass die Zeit schneller läuft, gibt es auch hierfür einen Knopf, außerdem kann der Tag von vorne gestartet werden. Nach der Einführung inkl. einiger kleinerer Rätsel gelangt ihr dann in die „offene Welt“, die aus 18 Bildschirmen besteht und habt fünf Minuten Zeit, für die verbleibenden Bomben zu entschärfen. Allerdings muss das nicht in einem Anlauf geschehen. Ein stillgelegter Sprengsatz bleibt auf Dauer deaktiviert.

Spätestens jetzt stellt sich auch das Murmeltier-Gefühl ein. Ich laufe erst einmal ziellos umher, rede mit jedem und schaue mir alles an. Schnell wird klar, dass alles und jeder in diesem kleinen 2D-Kosmos einem festen Ablauf folgt. Ihr müsst zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle sein, um essentielle Hinweise mitzubekommen. Genau diese Detektivarbeit hatte ich mir erhofft und werde nicht enttäuscht. Verdächtige Subjekte werden für einige Sekunden beschattet, die Wege der Verkehrsmittel eifrig verfolgt.

Heiß und innig

Leider sind die drei Lösungen dann doch recht schnell entdeckt, die vielen NPCs suggerieren eine höhere Vielschichtigkeit, als tatsächlich vorhanden ist. Auf der einen Seite freue ich mich über das frische Konzept, auf der anderen lassen mich Spieldauer und Komplexität – wenn nicht enttäuscht, dann zumindest hungrig zurück. Ich wäre wirklich zu gerne mehrere Stunden in dieses Konstrukt eingetaucht und hätte mich mit den Konsequenzen meiner Entscheidungen auseinandergesetzt. Hat mal jemand einen Neuralyzer für mich?

Rating: ★★★½☆

Preis: 80 Microsoft Points (zum Marktplatz)

XNA-Infoseite / Forum

Homepage

Ähnliche Beiträge:
Miner Dig Deep
Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Rohdiamant unter den zahlreichen XNA-Spielen hervorgeht. Nach derzeit 156 Veröffentlichungen, ist es nun endlich soweit. Auch wenn bisher bereits das ein ...
Weiterlesen
The Impossible Game
Spielen wir Videospiele nicht um Spaß zu haben? Um uns in neue Welten entführen zu lassen? Spielen wir nicht um uns von atemberaubenden Kulissen faszinieren zu lassen? Wollen wir nicht ...
Weiterlesen
Inertia!
Aufmerksam auf Inertia! wurde ich eigentlich erst, als es bei der diesjährigen Indie Game Challenge so richtig absahnte: Gewinner in vier Kategorien und Preisgelder im Gesamtwert von 130.000 Dollar. Wow! ...
Weiterlesen
Clover: A Curious Tale
Im Königreich "Sanha" herrschen düstere Zeiten: Nach einem vermeintlichen tödlichen Angriff der Piraten von Andalan auf ein Schiff der königlichen Flotte sind die Sicherheitsbestimmungen im Land drastisch verschärft worden. War ...
Weiterlesen
Soulcaster
Früher war alles besser. Es gab keine riesigen, frei begehbaren Welten, keine wunderschöne 3D-Grafik und auch keine zehn Meter hohen Endgegner. Naja, vielleicht war doch nicht alles besser, aber schön ...
Weiterlesen
Totem
Da dachte man schon als geneigter Spieleinteressierter alle Variationen des Match 3-Konzepts gesehen und gespielt zu haben, wird dann aber tatsächlich von Totem mit eine frischen Ansatz überrascht. Musik, Grafik ...
Weiterlesen
Miner Dig Deep
The Impossible Game
Inertia!
Clover: A Curious Tale
Soulcaster
Totem