Sep 272012
 

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Die Männer kriechen durch den Staub. Von allen Seiten wird plötzlich das Feuer eröffnet. Deckung bietet nur eine kleine Mauer. Reaktionsschnell visiert der Spieler die Ölfässer an und kann so mit einem Schlag eine ganze gegnerische Einheit auslöschen. Blitzschnell wird nun das Feuer auf die flankierende, zweite gegnerische Einheit eröffnet, bis die Situation geklärt ist.

Kanonenfutter?

Was wie Canon Fodder klingt, spielt sich auch genauso, sieht nur ein bisschen besser aus als in den frühen Neunzigern. Okay, auch Canon Fodder hat es inzwischen zu besserer Grafik bei gleichem Spielprinzip gebracht, aber das macht das solide, weil simple Spielprinzip nun wirklich nicht kaputt.

Gesteuert wird unsere kleine Einheit in der PC-Version ganz klassisch via Maus. Linksklick, um die Einheit zu dem jeweilig gewünschten Punkt auf der Karte zu scheuchen und Rechtsklick fürs schießen. Die Waffen lassen sich, wenn denn mehrere Vorhanden sind, schnell mit Strg wechseln. Das war’s dann auch schon. Mit diesen Mitteln müssen wir in 30 Missionen nun Geiseln befreien, Generäle ausschalten oder Vertreter der Massenmedien heile durch das Kriegsgebiet führen.

Durch Kills aber auch durch Gegenstände im Spiel, wie Hundemarken, sammeln wir sogenannte Commanderpoints, mit denen wir entweder während der Mission via Luftfracht Munition für dickere Waffen oder Medi-Packs einfliegen lassen. Verbrauchen wir diese nicht komplett, so können wir vor den Missionen damit unsere Einheiten jeweils aber nur für die folgende Mission verstärken. Dazu haben wir von erhöhter Reichweite der Waffen bis hin zu Spezialeinheiten, wie Grenadier oder Scharfschütze, alles zur Auswahl. Je Stärker, desto teurer.

Aber ich will doch Beständigkeit

Da die von den Commanderpoints gekauften tollen Sachen nach einer Mission futsch sind (egal, ob man nun die Mission gemeistert hat oder nicht), muss man aber nicht zwangsläufig auf eine Weiterentwicklung seiner kleinen Truppe verzichten. In Form von Medaillen, die mal mehr mal weniger gut auf den Karten versteckt sind, lassen sich nach und nach feste Fähigkeiten freischalten, die später auch bitter nötig werden. Andere müssen sich Medaillen verdienen, hier findet man diese einfach um Staub. Aber wer hier Realismus erwartet, hat sich wohl das falsche Spiel ausgesucht.

Wiederum unbeständig sind da schon wieder unsere Truppen. Diese bleiben so lange treu an unserer Seite, bis sie in einer Mission hops gehen. Überlebende steigen im militärischen Rang und werden mit der Zeit immer besser und widerständiger, weshalb diese Veteranen besser kein Kanonenfutter werden sollten, was sich aber nicht immer vermeiden lässt.

Warum so fies?

Tiny Troopers ist nämlich nach anfänglich viel zu leichten Missionen sehr schnell knackig schwer und die eigenen Leute fallen (um), wie die Fliegen. Gut, dass anstandslos sich neue Rekruten finden lassen, die per Zufall semi-lustige Namen und Optiken verpasst bekommen. Generell sagt mir der angeblich schwarze Humor nicht so zu und auch passt das Artdesign der kleinen Soldaten nicht in das Setting, womit wir auch beim Fazit angelangt wären.

Missionsbesprechung

Kukouri erfindet mit Tiny Troopers das Rad nicht neu, sondern setzt auf Altbewährtes. Das klappt, bis auf einige eher technische Fehlerchen (teilweise ungenaue Steuerung, verdecktes Sichtfeld, komische Laufwege), recht gut und macht in den 30 Missionen, die schnell recht anspruchsvoll werden können, auch kurzweilig Spaß. Das Artdesign sagt mir aber nicht wirklich zu, auch wenn die Grafik solide ist, was daran liegen mag, dass sich mir der Humor hinter diesem Titel nicht erschlossen hat. Nett und für ein paar Stunden durchaus spielbar, mehr aber auch nicht.

Wertung: ★★★☆☆

Preis: – €

Android-Version: -

Homepage / Google play

Preis: 0,79€

Kompatibilität: universell

Homepage / App Store

Preis: 9,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X

Homepage / Forum (Steam)