Jan 072013
 

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Eine Revolution ist etwas Großes. Sie bringt einen Wandel, eine Umwälzung, etwas Neues. Der Titel Worms Revolution schürt also Hoffnungen, dass sich die langlebige Reihe um die aggressiven Würmer einen Schritt nach vorne bewegt. Das ist meiner Meinung nach auch bitter nötig, denn nach etlichen Fortsetzungen, Remakes und Portierungen interessierte mich jeder neue Titel nicht so sehr, wie beispielsweise Worms 2 in meiner Kindheit. Ich stieg irgendwann aus, denn im Laufe der Zeit gab es mit jedem Titel nur marginale Veränderung. Ich bin also bereit für die Revolution.

Da ist der Wurm drin

Für alle Neulinge erkläre ich schnell das Spielprinzip von Worms . Zwei Teams mit etwa vier Würmern treten sich auf einer Karte gegenüber und haben das Ziel, alle gegnerischen Kriecher auszuschalten. Das ganze Spiel läuft rundenbasiert und jeder Spieler hat abwechselnd 45 Sekunden Zeit, einen seiner Würmer zu bewegen und eine Waffe zu benutzen. So bewirft man sich dann mit Granaten, feuert mit der Bazooka, schleudert kleine niedliche Würmer mit einem Baseballschläger durch die Luft oder ruft schon mal einen Napalmangriff von oben. Dieses Spielprinzip machte 1997 Spaß und könnte auch heute noch Spaß machen, wenn man es frisch hält.

Leider schafft es Team 17 nicht, das eigene Spiel zu revolutionieren. Die Änderungen lassen sich an einer Hand abzählen und sind meist oberflächlich. Zunächst wäre da die Grafik. Man hat sich dieses mal weder für die comichafte 2D Welt entschieden, noch die 3D-Engine aus den späteren Titeln verwendet. Es ist eher eine Mischung aus beidem, denn gespielt wird auf einer zweidimensionalen Ebene – die Figuren, Objekte und Hintergründe werden jedoch dreidimensional dargestellt. So entsteht zwar ein neuer Look, ich finde den klassischen Comicstil aber immer noch am charmantesten.

Regenwürmer und verwässertes Gameplay

Neu hinzugekommen sind außerdem physikalische Spielereien mit Objekten in der Umgebung und mit Wasser. Die Würmer können Telekinese einsetzen und damit Schraubenschlüssel, Feuerzeuge, Flaschen und anderen Müll der in der Gegend liegt umherschweben lassen. Außerdem bewegen sich Objekte bei Explosionen und so kann schon mal eine Muschel einen Abhang runterrollen und einen Wurm plattmachen. Einen wichtigeren Platz nimmt das Wasser ein. Wo es früher dazu diente, ein Level natürlich zu begrenzen und ab und zu einen Wurm zu verschlucken, findet das kühle Nass nun auch seinen Platz direkt auf einer Karte.

Wird ein Wurm bis über den Kopf unter Wasser gesetzt, verliert er pro Runde fünf seiner insgesamt 100 Lebenspunkte. Außerdem gibt es spezielle Waffen, wie die Wasserpistole oder Wasserbomben die euch Kraft über das Element verleihen. Richtig eingesetzt kann die Flüssigkeit, die eher nach Glibber aussieht und sich auch so bewegt, dafür sorgen, Würmer und andere Gegenstände Abhänge runterzuspülen. Die neu implementierten Physikspielereien bieten zwar einige neue Möglichkeiten, dafür, dass das Ganze aber als Aufhänger für das Spiel benutzt wird (die Wasserbombe taucht sogar im Logo auf), bietet das Ganze etwas zu wenig Mehrwert.

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Ansonsten gibt es jetzt noch verschiedene Wurmklassen: Den Soldaten, den Schläger, den Späher und den Wissenschaftler. Der Soldat entspricht dem normalen und bereits bekannten Wurm. Der Schläger kann mehr einstecken, bewegt sich aber langsamer durch die Gegend. Der kleine Späher ist schwächer als die anderen Klassen, aber deutlich schneller zu Fuß und kann höher und weiter springen. Zu guter Letzt gibt es den Wissenschaftler, der bessere Geschütze aufstellt und seinem Team jede Runde einen Gesundheitsschub verpasst. Das eigene Wurmteam kann zudem optisch verändert werden, etwa durch riesige Brillen, Afrofrisuren und Schnurrbärte. Das Klassensystem ist nett, bringt aber keine gravierenden Änderungen im Kampfgeschehen.

Alles hat ein Ende, nur der Wurm hat zwei! Der Single- und Multiplayer.

Gleich geblieben ist das spaßige und relativ unkomplizierte Spiel gegen menschliche Gegner, egal ob online oder gemeinsam vor der Flimmerkiste. Zwar bietet Worms Revolution auch eine Kampagne und Rätsel, ähnlich wie bei aktuellen Multiplayer-Shootern sollte das aber nicht der Kaufgrund sein. In den Rätseln müsst ihr euch durch einen Hindernisparcours bewegen und mit begrenzten Mitteln Würmer ausschalten, was sich auch durchaus als motivierend und knifflig herausstellt. Die Kampagne hingegen wirkt wie ein lang gezogenes Tutorial, das durch flache Sprüche eines Moderators begleitet wird.

Wer das Spaßpotenzial von Worms Revolution ausschöpfen will, sollte Freude an Onlinematches oder immer ein paar Kumpels zur Hand haben. Sollte Letzteres der Fall sein, wird euch sogar die Möglichkeit gegeben, nur einen Controller zu verwenden, der dann zwischen vier Spielern herumgereicht wird. In den Matches gegen menschliche Spieler entfaltet sich dann die gelungene Mischung aus Action und Strategie, die ordentlich zu unterhalten weiß. Das war aber auch bei den meisten Vorgängern dieser Reihe schon der Fall.

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Die Revolution ist also ausgeblieben. Ein paar Wasserbomben reichen einfach nicht aus, um ein ganzes System umzustürzen. Ich habe außerdem das Gefühl, dass sich die aktuelle Auflage etwas zäher spielt als die zweidimensionalen Vorgänger und die computergesteuerten Gegner in der Kampagne selbst auf großer Entfernung meist punktgenau treffen. Wer bereits einen der letzten Vorgänger besitzt, braucht nicht über den Kauf von Worms Revolution nachzudenken. Wer Worms aus früheren Zeiten kennt, Freude daran hatte und nun wieder einsteigen möchte, um ein paar Multiplayerschlachten mit Freunden oder gegen Online-Gegner auszutragen, sollte auf jeden Fall reinschauen. Irgendwie funktioniert die alte Formel immer noch ganz gut.

Rating: ★★★½☆

Preis: 13,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 13,99€ / $14,99

Extras: keine

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Spielerbilder

Homepage / Forum

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