Jan 192013
 

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Warum sich 505 Games dafür entschieden haben Naughty Bear einen Nachfolger zu verpassen, kann nur vermutet werden. Von den Kritikern wurde das Spiel mit schlechten Wertungen abgestraft und auch in der Spielergemeinde hat man mit dem Titel keine Freunde gefunden. Es drängt sich der Verdacht auf, dass man mit dem bereits vorhandenen Spiel ein vermeintlich Neues zusammenschustert, um noch mal etwas Geld zu scheffeln. Einen Retail-Titel für Download-Plattformen auszuschlachten klappte bei Section 8: Prejudice ganz gut, bei Mad Riders etwas weniger, aber vielleicht ist es sogar sinnvoll, das doch sehr einfache Spielprinzip von Naughty Bear als schlanken Download zu veröffentlichen.

„Hallo Naughty, ich soll dich von Hitman grüßen!“

Der grimmige Bär Naughty wurde wie beim Vorgängerspiel von seinen Mitbären hintergangen und mal wieder nicht auf eine Party eingeladen. Der lässt sich jedoch nicht gefallen, dass alle ohne ihn Spaß auf einer Ferieninsel haben, und reist als blinder Passagier mit. Sein Ziel ist es, die ausgelassene Partystimmung zu zerstören, in dem er Angst und Schrecken unter seinen plüschigen Artgenossen verbreitet. Am grundlegenden Spielprinzip hat sich dabei nichts geändert. Ähnlich wie im Stealthspiel Hitman, müsst ihr in jedem Level eine Zielperson bzw. einen Oberbären aus dem Weg räumen. Im Gegensatz zum glatzköpfigen Agenten 47 ist es Naughty jedoch nicht gestattet, eine eigene Herangehensweise auszutüfteln und verschiedene Lösungswege zu finden. Es ist fast immer vorgegeben, welche Waffe oder welcher Gegenstand für das Attentat benutzt werden muss. Und sogar ein bestimmtes Kostüm muss vorher angelegt werden!

Das klingt wie Cluedo rückwärts und ist tatsächlich auch das Gegenteil von einem spannenden Spiel. Da ihr vorher schon ganz genau wisst, was zu tun ist, fällt der Aspekt von eigenen Lösungsansätzen und Strategien vollkommen weg. Der Standort des Opfers wird auf der Karte angezeigt und so verbringt ihr jede Mission allein damit die geforderte Waffe, ein benötigtes Kostüm oder einen vorgegebenen Ort ausfindig zu machen und dann den Mord in die Tat umzusetzen. Das Einzige, was zwischen euch und eurem Ziel steht, sind – neben den Missionsvorgaben – andere Partygäste. Diese könnt ihr zerlegen, wie es euch lieb ist und auf ein breites Arsenal an Nahkampfwaffen zurückgreifen oder sogar eure Umgebung als Komplizen einbeziehen. So hantiert ihr selbst mit Macheten, Baseballschlägern und Kettensägen oder werft die Gegner in Lagerfeuer, lasst sie unter den Rasenmäher kommen oder haut sie in Müllcontainer.

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Ich hab drei Messer in der Brust, ich bin ein Bär.

Einfach losstürmen und alles umlegen, was ein kuscheliges Fell hat, funktioniert allerdings nicht. Aufgrund eures zerzausten Aussehens erkennen euch die anderen Bären sofort als Feind und gegen zwei oder mehr Gegner im direkten Kampf habt ihr keine Chance. Deshalb schleicht ihr euch zu Beginn eines jeden Levels durch hohes Gestrüpp, durch das euch die Feinde nicht erkennen, und sucht einen unachtsamen Teddy, dem ihr sein Kostüm abnehmen könnt. In Verkleidung könnt ihr dann meist ungestört durch ein Areal laufen und in Ruhe die geforderten Mordutensilien suchen oder den festgelegten Tatort ausfindig machen. Um am Ende eines jeden Levels möglichst viele Punkte zu kassieren, reicht es jedoch nicht aus, nur das primäre Ziel auszuschalten. Je mehr andere Bären ihr tötet und Terror verbreitet, indem ihr Leichen liegen oder anderen bei euren Taten zusehen lasst, desto höher steigt eure Punktzahl. Das wird dem Bären jedoch ziemlich einfach gemacht, denn das hohe Gras ist bei Naughty Bear: Panic in Paradise sehr wundersam. Werdet ihr einmal entdeckt, müsst ihr nur ins Gebüsch verschwinden und die Feinde haben keine Ahnung mehr, wo ihr seid. Selbst dann, wenn ihr direkt vor ihrer Stoffnase ins Dickicht huscht.

So läuft dann letztendlich jede Mission nach demselben Muster ab: Ihr erledigt den Mordauftrag, reißt nebenbei noch mit Leichtigkeit ein paar andere Kuschelbären in den Plüschtod und verlasst dann das Level. Im Anschluss gibt es dann neue Klamotten und Erfahrungspunkte, die eure Gesundheit, Ausdauer und andere Eigenschaften verbessern. Wirklich motivierend ist aber auch das nicht. Der Ablauf der fast 40 Missionen wiederholt sich viel zu schnell und aufgrund der Vorgaben wird eure Kreativität in ein enges Korsett geschnürt. Auch der angeblich so tolle schwarze Humor konnte mich nicht beeindrucken und hat nur für ein paar Schmunzler gereicht. Naughty Bear: Panic in Paradise ist ein mittelmäßiges, geradliniges Stealth-Action-Adventure in dem Teddys voll krass brutal sind. Naja.

Rating: ★★½☆☆

Preis: 14,99€ / $14,99

Extras: keine

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: keine

Homepage / Forum

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