Jan 222013
 

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Nun können wir die Höhle also endlich betreten. Lange hat es gedauert, bis das neue Projekt von Ron Gilbert fertig war. Der Mann hinter so großen Titeln wie Maniac Mansion und Monkey Island liefert endlich mal wieder ein Spiel ab, doch um was handelt es sich hier? Ist The Cave ein klassisches Adventure oder doch eher ein Platformer mit einer Prise The Lost Vikings und Trine.

Die unglorreichen Sieben

Zu Beginn stellt sich die Höhle selbst vor. Ja, sie kann sprechen und scheint mehr zu sein als ein dunkles und felsiges Etwas. Es wird schnell deutlich, dass man auf der bevorstehenden Reise in ihre Tiefen wohl mehr erlebt als nur ein wenig Kletterei. Bevor es jedoch losgeht, wählt man aus sieben verschiedenen Charakteren, die man auf dieser Reise begleiten möchte. Zur Auswahl stehen der Ritter, der Hinterwäldler, die Abenteurerin, die Zeitreisende, die Wissenschaftlerin, der Mönch und die Zwillinge. Jeder Charakter wird kurz vorgestellt und man erfährt einen großen Wunsch oder ein Ziel, das dieser verfolgt. So wollen die Zwillinge nach draußen zum Spielen, der Ritter ein Schwert finden und die Abenteurerin einen uralten Schatz bergen. Man merkt jedoch sofort, dass hinter jeder Geschichte etwas Schreckliches steht und alle sieben Charaktere ein dunkles Geheimnis zu haben scheinen.

Auf den ersten Schritten in die große Grotte spielt das jedoch noch keine Rolle, denn hier wird zunächst ein wenig gehüpft und geklettert. Schnell wird jedoch klar, dass The Cave nicht etwa ein Platformer ist, sondern dem Adventure-Genre näher steht, als man es auf dem ersten Blick vermuten könnte. Meist stolpert man mit seinem Trio in einen Abschnitt der Höhle, bei dem das Weiterkommen durch verschlossene Tore, eingestürzte Wände oder sogar hungrige Monster unmöglich ist. Aus diesem Grund ist es fast immer die Aufgabe den Weg zu „entsperren“, um das Weiterkommen zu ermöglichen. Dazu werden umherliegende Gegenstände aufgenommen und mit anderen kombiniert, allerdings kann jeder Charakter nur einen Gegenstand tragen, ein Inventar gibt es nicht. Darüber hinaus muss man sich die verschiedenen Fähigkeiten der Charaktere zunutze machen. Der Mönch kann so zum Beispiel mit seiner Telekinese Gegenstände zu sich „beamen“, die normalerweise nicht erreichbar wären, die Abenteurerin besitzt einen Greifhaken und die Wissenschaftlerin kann als einzige mit Computersystemen umgehen. Das Rätseldesign ist gut gelungen, bietet einige Kopfnüsse, ist aber ziemlich motivierend und fair. Getrübt wird der positive Eindruck von einigen Kistenschiebereien und Hebelrätseln, die manchmal deplatziert wirken und das Spiel etwas zäh werden lassen.

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„Das ist Wahnsinn! Warum schickst du mich in die Höhle? Höhle, Höhle, Höhle!“

Ein bisschen mehr Schwung kommt zum Glück in den speziellen Rätselabschnitten der einzelnen Charaktere ins Spiel. Jeder der Sieben hat sein eigenes Gebiet, das eine kleine Geschichte erzählt, die den Hintergrund des Charakters beleuchtet. Man findet zwar schon zuvor einige mehr oder weniger versteckte Hinweise, welche die Geschichte der Charaktere näherbringen, dies geschieht allerdings nur in Form von Comic-Standbildern. Auf dem Weg durch die Höhle stößt man dann auf die bereits erwähnten Abschnitte, die ein entscheidendes Ereignis im Leben der Charaktere versinnbildlichen. So finden sich die Zwillinge in ihrem Elternhaus wieder, aus dem sie nicht hinausdürfen und müssen nun einen Weg finden, wie sie an ihren Eltern vorbeikommen. Die Zeitreisende ist hingegen in einem futuristischen Museum, in dem sie einen Arbeitskollegen loswerden will, der ihrer Meinung nach zu Unrecht bester Mitarbeiter aller Zeiten geworden ist. Speziell diese Abschnitte sind im Vergleich zum Rest des Spiels gut gelungen, denn sie sind grafisch sehr abwechslungsreich, haben eine schöne musikalische Untermalung und vor allem die Rätsel sind hier besonders stark. Allerdings sind die Ausgänge der jeweiligen Geschichten schwächer als man es erwartet und man wird enttäuscht zurückgelassen. Im Prinzip spielt man kleine Kurzgeschichten nach, die jedoch ziemlich uninspiriert, vorhersehbar und einfallslos wirken. Das ist sehr schade, denn die stimmungsvolle Atmosphäre der Höhle und der zu Beginn mysteriöse Hintergrund der Charaktere lässt mehr erwarten.

Somit gibt es in The Cave, wie in einer richtigen Höhle, Höhen und Tiefen. Der Humor ist teilweise wirklich toll, vor allem die Höhle selbst kommentiert einige Aktionen des Spielers sehr zynisch und sorgt für viele Lacher. Auch die Rätsel sind stellenweise sehr gelungen, fair und machen richtig Spaß. Im Gegensatz dazu sind die Geschichten hinter der Höhle und den Charakteren nicht ganz so schön. Zwar steht hinter jedem Charakter eine nette Idee, die Pointe ist aber zu vorhersehbar und etwas flach. Einen traurigen Höhepunkt auf der narrativen Ebene bietet dann das Ende. Hier bekommt der Spieler noch einmal für jeden seiner Charaktere zwei Standbilder spendiert, die die Konsequenzen der Handlungen dieser zeigen. Das wirkt ziemlich lieblos. Letztendlich ist The Cave weder ein gelungenes Adventure im Stil von Maniac Mansion, noch ein wirklich guter Puzzle-Platformer wie The Lost Vikings oder Trine, obwohl die Versatzstücke aus beiden Genres deutlich zu erkennen sind. Große Schwächen im Storytelling, sowie zu plumpe und stupide Kisten- und Schalterrätsel verhindern letztendlich einen Platz neben den großen Vorbildern. Aber auch als Hybrid kann The Cave aufgrund seiner Fehler nicht wirklich glücklich machen. Ich werde der Höhle keinen weiteren Besuch abstatten und meine Erlebnisse mit ihr wohl ziemlich schnell wieder vergessen.

Rating: ★★★☆☆

Preis: 12,99€

Homepage / Nintendo-Infoseite

Preis: 12,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 12,99€ / $14,99

Extras: keine

Homepage / Sony Entertainment Network

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Spielerbilder

Homepage / Forum

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