Apr 072013
 

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Die große Ära von Rock Band und Guitar Hero ist schon lange vorbei. Activision verbaut Teile der Plastikgitarren in Sammelfiguren für Kinder und der aktuellste Ableger – Rock Band Blitz – wird mit einem „herkömmlichen“ Controller gespielt. Letzteres macht deutlich, dass Musik- bzw. Rhythmusspiele auch ohne Kunstsoffinstrumente noch nicht am Ende sind. Zwar war das Genre nie so präsent wie in den Zeiten der Plasteklampfen von Entwickler Harmonix, doch mit Spielen wie PaRappa the Rapper, Space Channel 5 und Samba de Amigo gab es schon immer eigenwillige, aber spaßige Vertreter.

In jüngerer Vergangenheit schuf Gaijin Games mit der Bit.Trip-Reihe kleine Meisterwerke der Rhythmusspiele. Der vierte Teil der Serie – Bit.Trip Runner – erhält nun eine offizielle Fortsetzung mit dem knappen Titel BIT.TRIP Presents… Runner 2: Future Legend of Rhythm Alien.

Immer schön im Rhythmus bleiben!

Wie im Vorgänger ist der Hauptcharakter Commander Video und dieser landet ungewollt in einer anderen Dimension, in der das Böse lauert und alles kaputtmachen will. Deshalb muss der Commander Goldbarren einsammeln und fiese Monster zerstören. Ehrlich gesagt kann ich die Geschichte hinter dem Spiel nicht wirklich wiedergeben und sie ist wohl als solches auch zu vernachlässigen. Allerdings könnt ihr in den Zwischensequenzen und Menüs der Stimme von Charles „It’s A Me, Mario“ Martinet lauschen, wenn auch nicht in der beliebt, bekannten Stimmlage. Doch die Stimme von Herrn Martinet ist nicht die einzige Parallele zu den Mario-Spielen. So erinnert das gesamte Gegnerdesign und Setting sehr stark an Super Mario Bros. 3 – es gibt unter anderem Gegner mit Stachelpanzern, Berge mit Gesichtern und mehrere Welten, an deren Ende ein Endgegner wartet.

Doch auch wenn die Präsentation sehr schön und humorvoll ist, lebt Runner 2 (ich erlaube mir mal abzukürzen) letztendlich von seiner Spielmechanik. Auf den ersten Blick vermutet man ein bockschweres Jump’n Run im Stil von Super Meat Boy und liegt zumindest beim Schwierigkeitsgrad gar nicht falsch. Anders als der Meat Boy rennt Commander Video allerdings von ganz allein und die Aufgabe des Spielers ist es, an den richtigen Stellen zu springen und sowohl Gegner als auch Hindernissen auszuweichen. Vermasselt man eine Aktion, wird man an den Anfang zurückgesetzt und muss komplett von vorn beginnen, es sei denn, man hat bereits einen Checkpoint erreicht. Zu Beginn wird nur gehüpft und geduckt, fast in jeden Level kommt jedoch eine weitere Fähigkeit hinzu und so müssen später auch Gegner geblockt und weggetreten werden.

Bereits am Anfang fällt die Soundgestaltung auf, denn die Musik ist die Grundlage für das richtige Hüpf- und Ducktiming. Alle Aktionen, sei es springen, ducken oder Gold einsammeln, erzeugen Töne und diese werden in die Hintergrundmusik eingebettet. Wer sich über meine Musikspiel Einleitung gewundert hat, erhält hier die Erklärung. Wie in The Impossible Game , verschmelzen die Aktionen des Spielers mit der Musik und schaffen so einen wunderbaren Spielrhythmus. Leider ist der Soundtrack nicht ganz so pumpend und treibend wie beim Impossible Game oder anderen Vertretern und plätschert eher vor sich hin.

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Run for your Highscore!

Runner 2 ist eine schöne Mischung aus Rhythmusspiel und Jump’n Run. Mit fast jedem Level gibt es ein neues Spielelement, sodass immer neue Herausforderungen aufwarten und auch der Schwierigkeitsgrad ordentlich anzieht. Im späteren Verlauf des Spiels hat man keine ruhige Millisekunde und muss ununterbrochen Tasten drücken. Da wird dann nicht nur gesprungen und gekickt, sondern auch „ge-spring-duckt“ und „ge-duck-kickt“. Wem das nicht reicht, der bekommt innerhalb der Level alternative Wege mit unterschiedlichem Härtegrad und sogar der Checkpoint eines jeden Level kann übersprungen werden, um mehr Punkte abzusahnen. Es ist sehr motivierend alle Goldbarren und Bonussymbole in einem Level einzusammeln, um so die höchste Punktzahl zu erreichen, zudem kann man geheime Schatzruhen mit alternativen Kostümen finden und Bonuslevel im 8-Bit-Retrostil entdecken!

Allerdings sind die fünf verschiedenen Welten meiner Meinung nach etwas zu groß geraten bzw. mit zu vielen Level versehen. Dadurch wird das Setting der aktuellen Welt schnell öde und man wünscht sich nach kurzer Zeit etwas mehr Abwechslung. Immerhin lockern freischaltbare Charaktere und die bereits erwähnten Geheimnisse das Geschehen zwischen den Leveln auf und die Bosskämpfe am Ende jeder Welt sind toll gelungen. Zwar muss man den großen Gegnern meist wie üblich dreimal auf den Kopf springen, um zu gewinnen, allerdings sind die Kämpfe in wirklich knifflige aber auch spaßige Springabschnitte eingebettet.

Deshalb tue ich mich wirklich schwer mit Runner 2. Auf der einen Seite wird massig Inhalt geboten. Es gibt viele Level, Bonuswelten, alternative Routen, freischaltbare Charaktere und neue Kostüme. Das Spielprinzip ist simpel zu erlernen, schwer zu meistern und verlangt einiges ab. Es wird einige Level geben, die euch zur Verzweiflung bringen, weil man einfach nicht den richtigen Rhythmus der Aktionen findet. Leider konnte mich die Musik nicht so richtig antreiben und trotz stetig neuen Aktionen für Commander Video kehrt nach einer Weile Monotonie ein. Alle Freunde von klassischen Jump’n Runs, für die ein knackiger Schwierigkeitsgrad Voraussetzung für ein gutes Spiel ist, werden auf jeden Fall ihre Freude haben.

Achtung: Das Spiel ist bei Veröffentlichung dieses Textes noch in keinem deutschen Konsolen-Store erhältlich. Laut Entwickler hängt dies mit der Altersprüfung der USK zusammen. Der Titel kann aber problemlos von internationalen Marktplätzen gekauft werden.

Rating: ★★★½☆

Preis: 12,99€

Homepage / Nintendo-Infoseite

Preis: 13,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X, Linux

Homepage / Forum (Steam)

Preis: – € / $14,99

Extras: keine

Homepage / Sony Entertainment Network

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: keine

Homepage / Forum

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