Aug 122013
 

Es ist wieder einmal so weit und wir sollen zum vierten Mal mit einer Videospielumsetzung des Sammelkartenspiels Magic: The Gathering beglückt werden. Da die jährlich neue Umsetzung keine riesigen Veränderungen mit sich bringt (soviel sei verraten), werde ich hauptsächlich auf Neuerungen und Verbesserungen eingehen. Wer sich generell für das Spielprinzip interessiert, sollte sich einfach meinen Test zum Vorgängertitel Magic: The Gathering 2012 anschauen.

Und jährlich grüßt das Kartenspiel…

Wie bereits erwähnt, läuft in Magic 2014 – Duels of the Planeswalkers nicht vieles anders als in den Vorgängern. Das Spielprinzip ist immer noch dasselbe. Mithilfe eines Kartendecks versucht ihr die zwanzig Lebenspunkte des Gegners auf null zu bringen und benutzt dabei unter anderem Kreaturen und Hexereien. Die Karten sind dabei an das aktuelle Hauptset „Magic 2014 “ des realen Kartenspiels angelehnt. Gleich geblieben ist das Prinzip, dass ihr die Kampagne und den Online-Modus nur mit vorgefertigten Decks spielen könnt. Zwar könnt ihr auch hier wieder dreißig Karten für jedes Deck freischalten und Zaubersprüche innerhalb eines Decks entfernen oder hinzufügen, große Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich dadurch aber nicht an. Interessanter ist da schon die Einführung des Sealed Deck-Formats. Bei dieser Spielvariante, die ich persönlich auch gerne mit „echten Karten“ spiele, erhält man sechs Päckchen mit vierzehn Karten (sogenannte Boosterpackungen) und baut sich daraus ein eigenes Deck zusammen. Die Besonderheit dabei ist, dass die Karten zufällig und bunt zusammengewürfelt sind. Einzig einer seltenen bzw. sagenhaften Karte und drei ungewöhnlichen Karten kann man sich sicher sein, ob man aber grüne Zaubersprüche erhält oder rote Kreaturen, ist nicht vorherzusagen.

Das Sealed Deck-Format ist die wohl größte Neuerung im aktuellen digitalen Ableger von Magic: The Gathering. Zum ersten Mal wird es ermöglicht, ein eigenes Deck von Grund auf zu gestalten. Angefangen bei der Wahl der Farben, über die Anzahl der Kreaturen, bis hin zu Anzahl und Farbe der Länder. Dieses Feature ist eher an erfahrene Spieler gerichtet, auch wenn es ein paar Assistenten gibt, die euch das Erstellen eines Decks erleichtern. Selbst Booster zu öffnen und daraus ein eigenes Deck bauen klingt erst einmal sehr verlockend. Allerdings gibt es bei dem ganzen einen Haken: ihr könnt nämlich nur zwei Sealed Decks bauen. Sollte es euch wie mir gehen und ihr habt bei euren zwei Versuchen viele schwache Karten gezogen, dann müsst ihr ca. zwei Euro dafür bezahlen, einen weiteren Versuch, bzw. einen weiteren Platz für ein Sealed-Deck zu bekommen. Somit wirkt das Ganze ein wenig so, als wolle man lieber Mikrotransaktionen als ein neues Feature in die Serie integrieren. Immerhin kann man während der sechs Kämpfe umfassenden Sealed-Kampagne drei weitere Boosterpäckchen freischalten und somit noch ein wenig am Deck feilen.

Es bleibt alles anders!

Abseits von der Sealed Kampagne, hat sich nicht allzu viel getan. Insgesamt wirkt das Design etwas reduzierter und nüchtern, die verschnörkelten Menüs des Vorgängers gefielen mir da besser. Die Ladezeiten zwischen den Partien sind etwas kürzer geworden und die Runden laufen etwas fixer ab. Leider überlegt die künstliche Intelligenz bei manchen Zügen immer noch etwas lange und es kam (zumindest bei der Xbox 360-Version) zu einigen Rucklern. Positiv gefallen hat mir die Kampagne, die nicht nur um Videosequenzen erweitert wurde, sondern auch eine kleine Geschichte erzählt, die euch von Kampf zu Kampf führt. Zwar bestehen die 26 Begegnungen immer noch aus dem klassischen Besiegen des Gegenspielers, an einigen Stellen der Geschichte gibt es aber besondere Ereignisse zu überstehen. So erlebt ihr beispielsweise einen Vulkanausbruch, der dadurch dargestellt wird, dass euer Gegenüber nur Schadenzauber ausspielt, jedoch keinerlei Kreaturen. Gefallen hat mir auch ein Gefängnisausbruch, bei dem ihr nur neun Runden Zeit habt, eurem Kontrahenten zehn Lebenspunkte abzuziehen. Alles in allem ist die Kampagne dadurch kurzweiliger und es wird ganz gut geschafft ein kleines Abenteuer darzustellen, auch wenn man letztendlich nur von Kartenduell zu Kartenduell reist.

All diejenigen unter euch, die mit den Vorgängern Spaß hatten, bekommen mit Magic 2014 wieder etwas neues Material geboten. Nach der Hauptkampagne könnt ihr euch wie jedes Jahr in einer kleineren Rache-Kampagne austoben und auch Herausforderungen gibt es wieder. In diesen zehn rätselartigen Kämpfen müsst ihr meist innerhalb einer Runde mit vorgegebenen Karten einen Sieg erringen. Im Vergleich zu den drei Vorgängern, fiel mir jedoch auf, dass der Schwierigkeitsgrad im gesamten Spiel drastisch gesenkt wurde, insbesondere bei den Herausforderungen macht sich das stark bemerkbar. Brauchte ich sonst mehrere Anläufe, schaffte ich nun acht der zehn Herausforderungen beim ersten Versuch; wirkliche Genugtuung kommt dabei nicht auf. Magic-Profis bekommen zudem immer noch keine selbst erstellbaren Decks, die wird es in dieser jährlich erscheinenden Videospielumsetzung aber wahrscheinlich auch nie geben. Mit dem Sealed-Modus gibt es jedoch einen guten Kompromiss und einige Freiheiten mehr. Immerhin kann man mit seinem eigenen Deck auch online antreten. Neulinge sind hier wie immer gut aufgehoben und können das Spiel durch zahlreiche Tutorials leicht erlernen. Für alle Besitzer der Vorgänger bleibt es wohl wie bei Call of Duty, FIFA und Co. auch eine Glaubensfrage, ob man wieder in ein jährlich erscheinendes Franchise mit nicht allzu großen Veränderungen investieren will. Neue Karten, eine neue Kampagne und ein neuer Spielmodus, zumindest hatte ich auch diesmal wieder viel Spaß mit der digitalen Version des besten Sammelkartenspiels der Welt.

Rating: ★★★½☆

» Offizielles Forum

Preis: 8,99€

Android-Version: 2.3.3 oder höher

Homepage / Google play

Preis: 8,99€

Kompatibilität: iPad

Homepage / App Store

Preis: 9,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 7,99€ / $9,99

Extras: keine

Homepage / Sony Entertainment Network

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (3), Spielerbilder

Homepage / Forum

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  • MrSchnurri

    Es gibt die ersten Promocodes! Mit diesen Codes lassen sich neue Karten für jedes Deck im Spiel freischalten.

    -Code 1: GKSNDR
    -Code 2: DWNNDR
    -Code 3: FTHPTH
    -Code 4: TRCKSC
    -Code 5: PRSTTT
    -Code 6: RSNGSN
    -Code 7: XBXBDZ
    -Code 8: PXPRMD

    Im Hauptmenü "Extras" auswählen und dann den Unterpunkt "Freischaltbare Promos" auswählen.