Mrz 092014
 

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Da ist er also, der fünfte Teil der Baphomets Fluch- Reihe. Mithilfe von Kickstarter konnten die Revolution Studios um Charles Cecil über 800.000 Dollar einsammeln, um einen neuen Teil der Serie zu finanzieren. Nachdem der Dritte eher ein Action-Adventure war, fand der Vierte wieder etwas zu den Wurzeln des Point-and-Click-Adventures zurück, konnte die Fans aber trotzdem nicht zufriedenstellen. Lange haben ich und viele Andere deshalb auf eine Rückkehr der alten Tage gehofft und dies soll nun mit dem fünften Teil klappen.

Und es macht Klick

Mal abgesehen von der Introsequenz, die durch hölzerne Animationen etwas unschön wirkt, fühlt man sich in der ersten Spielszene direkt an die beliebten ersten beiden Teile erinnert. George Stobbart ist mal wieder in Paris und wohnt einer Galerieeröffnung bei, auf der von seiner Firma versicherte Gemälde ausgestellt werden. Die Eröffnung in kleiner Runde wird jedoch überfallen, ein Gemälde gestohlen und der Galeriebesitzer erschossen. Selbstverständlich macht sich George, aufgrund seines Berufes, seiner Abenteuerlust und Neugier sofort daran, das Geheimnis hinter dem Gemälde zu lösen.

Schon der Beginn lässt mehr klassisches Adventure-Feeling aufkommen, als die beiden Vorgänger. Die handgezeichneten Hintergründe knüpfen nahtlos an den Stil aus alten Tagen an, wirken dennoch frisch und versprühen viel Charme. Auch die Untersuchung des Tatorts in einfacher Point-and-Click-Manier und die Gesprächsführung über Symbole statt Satzbausteine ist ein Schritt zurück, meiner Meinung nach jedoch in die richtige Richtung. So fühlen sich Veteranen sofort zu Hause und Neulinge kommen leicht ins Spiel. Leider fügen sich die gerenderten Charaktermodelle nicht immer ganz so schön in die Szenerie ein, sind jedoch keinesfalls störend. Schön ist auch, dass George seine alte Synchronstimme behalten durfte, die allerdings manchmal nicht nach ihm klingt. Auch die französische Reporterin und Georges Liebelei Nicole Collard ist wieder mit von der Partie. Sie hat zwar eine andere Synchronstimme erhalten, diese liegt aber sehr Nahe an der Vorgängerin.

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Die Beziehungen spielen lassen

Sich nach sieben Jahren endlich wieder mit George und Nico durch die Gegend klicken zu dürfen ist ein tolles Gefühl. Man löst Rätsel, findet kleine Hinweise und führt Gespräche, die wiederum zu neuen Rätseln und Hinweisen führen. Die Geschichte um ein Gemälde, das verflucht sein soll und eine mysteriöse Herkunfts- und Entstehungsgeschichte hat, weiß sofort zu packen und lässt auf eine spannende Geschichte hoffen. Allerdings verschwand diese Anfangseuphorie bei mit recht schnell, denn die potenziell interessante Geschichte entwickelt sich nach und nach zu einer seifenoperhaften Beziehungskiste. Man spricht mit Leuten, die nichts mit gewissen Personen zu tun gehabt haben wollen, nur um zwei Hinweise später festzustellen, dass dem doch so ist. Zu oft läuft man von Gespräch zu Gespräch, wird abgewimmelt und kommt mit einem eindeutigen Beweis zurück. Immerhin hat George seinen Humor mit sarkastischen Untertönen behalten, sodass viele der Dialoge wenigstens zum Grinsen verleiten und unterhalten.

Rätselhafte Rätsel

Wenn schon die Dialoge nicht die erhoffte Geschichte mit einer Mischung aus Mythologie und Historie hervorbringen, dann bleibt ja immer noch die Hoffnung auf Rätsel und Detektivarbeit an exotischen Orten. Doch auch hier enttäuscht die erste Episode des fünften Teils von Baphomets Fluch leider. Fast das gesamte Spiel findet in Paris statt und es gibt nur einen kleinen Abstecher nach England. Hier wie dort bewegt man sich dann ausschließlich in urbanen Gebieten; es gibt keine Ruinen oder düstere Höhlen, nicht einmal alte Kirchen oder Museen sieht man von innen. Größtenteils untersucht man Dokumente und versucht in Häuser einzubrechen. Dadurch geht viel von dem verloren, was die Reihe ausgemacht hat und die Geschichte kann den Spieler nicht so recht packen.

Immerhin sind die Rätsel größtenteils logisch und lassen sich mit ein bisschen Überlegung lösen. Und wenn man doch einmal festhängen sollte, dann steht eine Hilfefunktion zur Verfügung, die zum Vorankommen genutzt werden kann, wobei einem des Rätsels Lösung mit dem Holzhammer beigebracht wird. Leider wirken einige der Rätsel sehr konstruiert und bremsen den Spielfluss. In einer Szene möchte man einfach mit der Sekretärin einer vermeintlichen Sicherheitsfirma reden. Doch die ist gerade nicht in Quasselstimmung, weil neben ihrer Theke eine Kackerlake im Kreis läuft. Was folgt ist eine absurde Klickerei.

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George muss sich mit einem Straßenhändler unterhalten, der wegen eines surrenden Reklameschildes unerträgliche Kopfschmerzen hat. George bietet an, das Schild zu reparieren und reißt ein paar Kabel heraus, woraufhin das Surren verstummt. Nun ist der Verkäufer die Kopfschmerzen los, dafür aber auf der Suche nach einem Namen für sein Geschäft. Also geht es wieder zurück an die Reklametafel, man schiebt einige der noch leuchtenden Buchstaben hin und her, bis das Wort Aladdin entsteht, worüber sich der orientalische Straßenhändler wahnsinnig freut und uns einen Keks schenkt! Mit diesem Keks und einer Streichholzschachtel bewaffnet, geht es dann wieder zur Kakerlake, das Krabbeltier wird geschnappt und man kann das für Geschichte wichtige Gespräch führen. Da musste ich mir wirklich an den Kopf fassen.

Ende gut, alles gut?

Nach unzähligen Gesprächen und einigen Rätseln endet die erste Episode des neuen Baphomets Fluch nach etwa fünf Stunden mit einem Knall. Es wird angedeutet, dass es jetzt an die exotischen und historischen Orte geht und man dem Geheimnis des Bildes wirklich auf die Spur kommt, anstatt nur zu klären, ob die Frau des Galeriebesitzers mit dem Freund des Galeriebesitzers geschlafen hat. Sollte Episode 2 genau das tatsächlich bieten, dann habe ich Hoffnung für den fünften Ableger von Baphomets Fluch. Die erste Episode bietet allerdings nur ein tolles Grundgerüst aus Grafik und Sound, das inhaltlich leider nicht mit den alten Werken mithalten kann. Warten wir also auf die zweite Hälfte des Spiels und hoffen, dass es dann nicht nur Point-and-Click sondern auch Adventure gibt.

Rating: ★★★☆☆

Offizielles Forum

Preis: 5,99€

Kompatibilität: Universell

Homepage / App Store

Preis: 19,99€

Extras: keine

Homepage / Sony Entertainment Network

Preis: 22,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X, Linux, Browser

Homepage / Forum (Steam)

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