Mrz 212014
 

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Einige Menschen würden gerne aus ihrem Alltag ausbrechen. Sie haben genug von ihrem kleinen Haus mit Vorgarten für das sie noch 20 Jahre den Kredit abbezahlen müssen. Genug vom stressigen Job und zwei Stunden Arbeitsweg. Genug von ihrem Ehepartner, der mit dem Alter auch nicht hübscher wird. Sie hätten gerne ein leichteres Leben, würden gerne als Vogel durch die Luft segeln, als Katze den halben Tag verschlafen oder als Oktopus durchs Meer treiben. Und dann gibt es da Oktopusse, die hätten gerne ein stinknormales Menschenleben, mit hypothekenbelastetem Haus und nörgelnden Kindern. So wie der Kraken in Octodad: Deadliest Catch.

Als Familienmensch braucht man viele Tentakeln

Für den namensgebenden Octodad geht es darum, sich als Mensch auszugeben und Alltagssituationen zu bestehen. Das fängt mit der Auswahl der Garderobe für die Hochzeit an, geht über das Frühstück in den eigenen vier Wänden, bis hin zum Familienausflug. Das Problem für den Oktopus ist nur, dass er ein Oktopus ist – alle Gliedmaßen sind lang, schlaksig und eigentlich nicht für den Landgang geeignet. So wird jede (für Menschen) einfache Situation, zu einer Herausforderung und genau auf dieser einfachen Prämisse baut das gesamte Spiel auf. Octodad: Deadliest Catch heißt Kaffee kochen, einkaufen gehen und Rasenmähen – nur eben als Oktopus.

Das Besondere dabei ist die Bewegung. Ähnlich wie beim berühmten Browserspiel QWOP steuert man die Gliedmaßen des Krakenmannes einzeln. Wenn er also nach vorne laufen soll, dann wird erst der linke Tentakel und dann der rechte Tentakel bewegt. Da die Tentakel lang, schwabbelig und schwer zu koordinieren sind, sieht schon allein das Laufen von einer geraden Strecke herrlich absurd aus. Da rennt man auch gerne mal gegen eine Tür oder reißt ein paar Stühle um. Hinzu kommt, dass man einen Tentakel als Arm bzw. Hand benutzt, um mit der Umwelt zu interagieren. Auch dieser lässt sich schwer steuern und so wird selbst die einfachste Aufgabe zur nervenaufreibenden Mission bietet aber gleichzeitig herrlichen Slapstick.

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Kraken sind auch nur Menschen

Octodad: Deadliest Catch funktioniert nur, wenn ihr darüber lachen könnt, wie ein Oktopus im Herrenanzug in der Küche steht und mit seinem Tentakel versucht, Kaffeepulver in die Maschine zu kippen und dabei das Meiste daneben geht. Bei mir selbst hat das sehr gut geklappt. Ich hatte unglaublich viel Spaß dabei, als Krakenhausmann Rasen zu mähen, Holz zu hacken und dabei total bescheuert durch die Gegend zu torkeln und eigentlich nichts unter Kontrolle zu haben. Allerdings hielt dieser Spaß für mich nur die Hälfte des Spiels an und das ist mit ungefähr zwei Stunden nicht viel länger als der Paarungsakt von Tintenfischen. In der zweiten Hälfte geht es dann immer mehr darum, das Meerestier durch Geschicklichkeits- und Schleichpassagen zu leiten – die schrägen Momente nehmen immer mehr ab. Durch die gewollt schwammige Steuerung wird das ganze dann noch so frustrierend und nervig, dass der Octodad viel von seinem anfänglichen Witz und Charme verliert.

Aufgrund der kurzen Spielzeit ist Octodad: Deadliest Catch eher als Gag geeignet, über den man sich als Spieler gut amüsieren kann, der aber auch für Zuschauer sehr lustig anzusehen ist. Wirklich Spaß macht das Ganze aber nur für einen kurzen Moment und verkommt leider schnell zu einem frustigen Geschicklichkeitsparkour. Da das Spiel auf einem Studentenprojekt basiert, das kostenlos heruntergeladen werden kann, ist es ganz einfach auszuprobieren, ob es euch Spaß macht einen Oktopus in der Menschenwelt zu spielen. Sollte das der Fall sein und euch der wirklich liebevolle Charakter ans Herz wachsen, könnt ihr für diesen spielbaren Slapstick gerne Geld bezahlen.

Rating: ★★★☆☆

Preis: 13,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X, Linux

Homepage / Forum (Steam)

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