Jul 082014
 

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Die Kickstarter-Kampagne von Among the Sleep hatte mich sofort überzeugt. Ein Survival-Horror-Spiel, in dem ich ein Kleinkind spiele, klang super! Sowieso hab ich noch nie ein Videospiel gesehen, in dem auf allen Vieren durch die Gegend gekrabbelt werden kann. Solche Ideen sehe ich gerne. Als dann auch noch das kostenlose The Plan des norwegischen Entwicklers Krillbite Studios richtig gut war, war ich mir sicher, dass ich den Jungs und Mädels mein Geld anvertraue. Ein Jahr nach der Kampagne ist das Spiel fertig und ich war gespannt, wie toll das Krabbeln tatsächlich ist.

(K)Ein Kinderspiel

Das Spiel beginnt ziemlich unspektakulär mit der Geburtstagsfeier des zweijährigen Protagonisten. Die Mutter hat einen Kuchen gebacken, gratuliert und überreicht ein Geschenk. Bevor das jedoch geöffnet werden kann, klingelt das Telefon und man wird im Laufgitter abgesetzt. Gleich zu Beginn wird deutlich, was der Perspektivwechsel vom videospieltypischen Erwachsenen zum Kleinkind bringt. Ein Laufgitter wäre für einen Erwachsenen kein Problem und ein Geschenkkarton auf einem Schrank zu erreichen noch weniger. Als Kind muss man jedoch viel Kraft und Kreativität aufbringen, um solche Hindernisse zu überwinden. Also wird auf Umzugskartons geklettert, Stühle verschoben und Schrankschubladen werden zu Treppen umfunktioniert.

Nach ein paar kleinen Knobeleien im Kinderzimmer, die als Tutorial dienen, hat man sein Geschenk ausgepackt und wird mit dem neuen Teddy ins Bett gelegt. Anstatt mit dem plüschigen Freund friedlich zu schlummern, wird der Schlaf durch Geräusche gestört und schließlich sogar das Bettchen umgeworfen. Gemeinsam mit dem Teddy macht sich der Spieler, in der Haut des Kindes, auf die Suche nach dem Ursprung für die komischen Geräusche und muss gleichzeitig die Mutter finden, die anscheinend verschwunden ist.

Genauso gruselig wie die Vorbilder

Among the Sleep bedient sich ungeniert bei zwei anderen „Ego-Gruselern“, nämlich Amnesia: The Dark Descent und Slender. Mit Mausbewegungen werden Türen geöffnet und Objekte verschoben, um kleine Rätsel zu lösen, während man durch dunkle Korridore und über knarzende Holzdielen läuft. Und sollte der Blick einmal zu lange auf dunklen Gestalten ruhen, dann gibt es Bild- und Tonstörungen. Doch das Spiel ist keinesfalls eine einfache Kopie, denn allein mit dem Perspektivwechsel konnten die Entwickler viele neue Ideen einbringen. In der Rolle eines kleinen Kindes fühlt sich der Spieler viel verletzlicher und durch die niedrige Augenhöhe wirkt die Umgebung zudem deutlich bedrohlicher, als sie es für einen ausgewachsenen Menschen wäre.

So schafft es Among the Sleep vor allem durch die Perspektive eine beängstigende Stimmung zu schaffen, die aber noch durch grandios gruselige Soundeffekte verstärkt wird. Richtige Schockeffekte gibt es eher wenige, es herrscht vielmehr dauerhaft eine grauenhafte Atmosphäre, die den Spieler angespannt vor dem Bildschirm sitzen lässt. Egal ob im Haus, auf einem dunklen Spielplatz oder in späteren, fast schon märchenhaften Arealen, bekommt man es immer mit der Angst zu tun. Leider führt die Geschichte auf eher geradlinigen Pfaden entlang und wirklich knackige Rätsel fehlen vollkommen. Dafür entschädigen aber eine tolle Atmosphäre und ein überraschender Twist. Wer sich mal wieder fürchten will wie ein kleines Kind, ist hier genau richtig. Leider ist die Spielzeit mit zwei bis drei Stunden etwas kurz geraten aber wer will sich schon freiwillig unnötig lange fürchten…

Rating: ★★★½☆

Preis: 19,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X, Linux

Homepage / Forum (Steam)

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