Aug 102014
 

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Hallo und herzlich willkommen zu einer absolut verspäteten Rezension der ersten „Staffel“ von The Walking Dead. Ich hatte mir ein Adventure erhofft und bekam Stattdessen ein „Choose Your Own Adventure“, wie es sie früher in Buchform gab. Ihr wisst schon, „Wenn du dich so entscheidest, lies bitte auf Seite xy weiter.“

Doch weder der Ausgang der Geschichte, noch deren Verlauf wird durch den Spieler verändert. Er kann lediglich beeinflussen, wie einzelne Situationen verlaufen, durch Interaktion mit den Charakteren im Multiple Choice-Verfahren (unter Zeitdruck). Er soll sich in die Rolle des Hauptcharakters hineinversetzen und bestimmen, wie dieser auf seine Umwelt reagiert. Wenn es dann mal tatsächlich etwas zu entscheiden gibt, dann wer stirbt und wer weiter leben darf.

Vereinzelt sind Adventure-Merkmale vorhanden, zum Beispiel existiert ein Inventar, welches weder begutachtet, noch aktiv damit interagiert werden kann. Sämtliche Aktionen laufen kontextsensitiv ab, d.h. wenn etwas Sinn macht, wird es automatisch angeboten. „Puzzles“ sind auch vorhanden, allerdings würde ich sie nicht so nennen.

Wer einfach stupide alles nacheinander anklickt, kommt auch an’s Ziel. Was in diesem Zusammenhang nervt, sind die völlig Adventure-untypischen „Klicke-zuerst-hier-bevor-etwas-Neues-passiert“-Aktionen. Die machen vielerorts der Logik einen Strich durch die Rechnung, weil man z.B. einfach nur an eine bestimmte Stellen gehen muss, um die Ereignisse weiter voran zu treiben.

Ist denn die Story zumindest gut?

Größtenteils ja. Es gibt zwar ein paar Durchhänger, am Ende ist man aber froh, dass man dran geblieben ist. Die Charaktere wachsen einem mit der Zeit doch irgendwie an’s Herz, was für die Autoren und die guten Synchronsprecher spricht. Absolut nicht in Ordnung dagegen sind die nicht überspringbaren Textzeilen, wie sie absolut jedes Adventure und jede visuelle Novelle zu bieten haben.

Viel zu oft traf ich eine Entscheidung (meist aus Versehen), mit der ich nicht zufrieden war und musste dann zu einem vorherigen Checkpoint zurückspulen und mich durch ellenlange bereits gehörte Dialoge erneut durchlauschen. So etwas ist in diesem Genre einfach eine absolute Frechheit! Die Motivation dies zu tun sank bei mir schnell gegen null, so dass ich mich mit den für mich falschen Entscheidungen einfach abfinden musste.

Was wäre ein Zombie-Titel ohne Action?

Vielleicht ein gutes Point and Click-Adventure? Insgesamt gesehen ist die Action eher doof, denn anstatt sich etwas Neues oder Passendes einfallen zu lassen, setzen die Entwickler auf betagte und unspannende Quick Time Events. Meistens bedeutet das, auf einem einzelnen Knopf rumzuhämmern. Sensationell! Hin und wieder darf man dann sogar zielen und auf Geher ballern, was noch einigermaßen erträglich ist. Insgesamt hätte ich ganz gut auf diese Pseudo-Action verzichten können, aber in einem Spiel mit Zombies gehört sowas nun mal rein!

Fassen wir also zusammen: kein Adventure, gute Geschichte, wenig Spiel, reichlich Nerviges. Dennoch, wem die Comics nicht reichen, der sollte eher zum Spiel, denn zur grauenvollen TV-Serie greifen. Hier gibt es adäquate Zombie-Unterhaltung in einem interessanten Universum.

Zum Schluss noch einen Rüffel an Telltale Games für die schlechte Xbox 360-Umsetzung, die sowohl von langen Ladezeiten (von der Festplatte!), als auch von beständigen Rucklern geplagt ist, sobald es etwas flotter zugeht. Zudem schmiert das Spiel zu 95% auf dem Statistik-Bildschirm ab. Das ist leider kein Einzelfall, bis auf die Sam & Max-Reihe sind alle Telltale-Titel auf der Microsoft-Konsole absolut schlecht programmiert.

Rating: ★★★☆☆

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Android: Google play

iOS: App Store

PC (Windows, Mac OS X): Steam

Sony: PSVita, PS3, PS4

Microsoft: Xbox 360, Xbox One

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