Sep 082014
 

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Wenn zu so einer ungewöhnlichen Serie wie Dexter (die ich zudem aktiv geschaut habe) ein Spiel veröffentlicht wird, dann ist bei mir zunächst einmal Skepsis angesagt, aber auch Neugier. Leider hatte ich zur Veröffentlichung 2009 noch keine entsprechende Hardware (iOS) und der PC-Release ist völlig an mir vorbeigegangen.

Interessanterweise ist das Spiel offziell gar nicht mehr zu bekommen, ich hatte es mir letztes Jahr noch für $ 0,99 im AppStore gekauft. Außerdem hätte es wohl in Serie gehen sollen, denn es hört quasi mitten in einem übergreifenden Fall auf („The Ice Truck Killer“). Als einzige offizielle Spur, dass das Spiel jemals existiert hat, sei hier noch der Link zu Showtime erwähnt.

Starpower

Die offizielle Lizenz stellt sich von der ersten Sekunde als größter Pluspunkt heraus. Dank des genialen Soundtracks von Daniel Licht und der Stimme von Michael C. Hall fühlt man sich sofort in die Atmosphäre der Sendung versetzt. Leider konnten wohl nicht die gesamte Cast verpflichtet werden, denn nur noch Masuka, Sergeant Doakes („Surprise, Motherfucker!“) und Angel Batista werden von den echten Darstellern gesprochen.

Fun Fact am Rande: Debra Morgan (gespielt von Jennifer Carpenter) erhält im Spiel die Stimme von Sarah Wayne Callies, bekannt und wenig geliebt als Lori Grimes in der TV-Serie The Walking Dead.

Basierend auf der ersten Staffel, arbeitet man an vier Fällen gleichzeitig und reist (auf Anhieb) zwischen diversen Örtlichkeiten hin und her. Ein Journal gibt Auskunft über die aktuellen Aufgaben und welche Beweise bereits gefunden wurden. Eine Anzeige am oberen Rand steht für die Balance zwischen Dexter’s Maske (ob er seine Identität vor der Öffentlichkeit geheimhalten kann) und dem Drang seines inneren Dämonen, der befriedigt werden muss (mit einem Mord).

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Gameplay, aua

Das eigentliche Gameplay ist grob aufgeteilt in zwei Bereiche: in detaillierten 3D-Orten herumlaufen und ausnahmlos nervige Minispielchen. Wie bei einem Adventure untersucht man Objekte und interagiert mit ihnen, z.B. nimmt man eine Schaufel, geht damit zu einem Grab und löst ein kleine QTE-Sequenz aus. In einigen Szenen darf Dexter nicht entdeckt werden, in anderen müssen Gespräche im Multiple Choice-Verfahren geführt werden. Was Dexter antwortert hat direkten Einfluß auf die Maske und den „dunklen Passagier“.

Das hört sich jetzt alles komplizierter an, als es tatsächlich ist. Ich habe relativ wenig von diesem System gemerkt. Man redet einfach mit allen Personen, findet Beweise und darf (muss) in ein bis drei Fällen den Schuldigen entweder schlachten oder der Polizei übergeben.

Die Morde selber sind relativ harmlos dargestellt. Vor einem Gespräch, in dem man möglichst ein Geständnis aus dem Opfer herauskitzeln sollte, wählt man eine von drei Waffen, welche die Art von nicht-blutigem Minispiel (Striche mit der Hand nachziehen) bestimmt. Danach wird der Körper in einem Video automatisch entsorgt und das war’s.

Kurze Dauer

An einem Nachmittag ist man durch! Ich würde gerne sagen, dass einige gute Ansätze vorhanden sind. Aber der Charakter „Dexter“ ist einfach zu komplex, das Thema zu prekär, um ihn in dieser Form zufriedenstellend zu versoften. Das Absuchen der Orte erfordert keine besonderen Fähigkeiten, genauso wenig wie das Verbinden der gefundenen Beweise (geschieht automatisch). „Was hätte man von einem Spiel, das ursprünglich für ein Telefon in 2009 erschienen ist, auch anderes erwarten können?“. „Genau das.“ bin ich versucht zu sagen. Die Präsentation war für diese Zeit sicherlich beeindruckend.

Sowohl Neugier als auch Skepsis waren gerechtfertigt und wurden befriedigt. Ich hätte die bescheuerten Minispiele einfach gestrichen und ein reines Point-and-click-Adventure gemacht, bei dem der Spieler mehr in das Lösen der einzelnen Fälle involviert wird. Somit bleibt unter dem Strich eine interessante Erfahrung, die ich gerne hätte weiter reifen sehen. Da das Spiel aber sowieso nicht mehr erhältlich ist, kann diese Rezension getrost als „historisch“ abgestempelt werden.

Rating: ★★☆☆☆

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