Nov 212014
 

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Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass Shovel Knight eines der Spiele ist, das alleine durch seine offensichtlichen Inspirationsquellen zu einer großen Aufmerksamkeit und damit zu einer sehr erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne gekommen ist. Spiele wie Ducktales und Castlevania standen bei der Gestaltung von Grafik, Musik und dem Gameplay offensichtlich Pate. Der Entwickler Yacht Club Games macht aus seinen Vorbildern auch kein Geheimnis, herausgekommen ist aber alles andere als eine billige Hommage an alte 8-Bit-Klassiker, denn der Shovel Knight geht auf bekannten Pfaden seinen eigenen Weg.

Wenn ich groß bin, möchte ich so sein wie Mega Man und Co.

Herr Shovel Knight muss, wie sollte es anders sein, sein Königreich von einer bösen Zauberin befreien und eine alte Freundin retten. Doch wie die meisten seiner Kollegen geht er seine Mission nicht mit einem Schwert, sondern einer Schaufel an. Damit macht er zwar auch nichts anderes als Feinde verhauen, zusätzlich kann aber noch geschaufelt werden und richtig eingesetzt ist sie sogar als Sprungwerkzeug verwendbar (Dagobert Duck und sein Krückstock aus Ducktales grüßen lieb)! Nach einem Einstiegslevel, der die Mechaniken des Spiels näherbringt, geht es auf eine Weltkarte, die als Hub dient und von der aus man die einzelnen Levels größtenteils in beliebiger Reihenfolge angehen kann. Hier wird man an Mega Man erinnert, denn auch Shovel Knight bietet thematische Welten mit einem speziellen Endboss. So gibt es unter anderem ein Gruselschloss mit Sensenmann am Ende oder auch ein im Eis gestrandetes Schiff mit Wikinger als Oberbösewicht.

Eigentlich möchte ich gar nicht verraten was alles so toll an Shovel Knight ist, aber andererseits will ich sichergehen, dass ihr euch dieses Spiel auf jeden Fall zulegt. Zwar sieht alles aus, wie das altbekannte „von-links-nach-rechts-Gehen-und-am-Ende-die Energieleiste-des-Endgegners-auf-Null-bringen“, aber Shovel Knight ist alles andere als einfallslos und eintönig. Durch die Buddel- und Spring-Eigenschaft der Waffe variieren die einzelnen Level zwischen Kampf-, Geschicklichkeits- und Puzzle-Passagen, sodass keine Monotonie einsetzt. Verkloppt man in der einen Sekunde noch Gegner, muss man in der nächsten schon präzise über einen Abgrund hüpfen, um danach Sandblöcke so wegzuschaufeln, dass man noch eine Schatztruhe erreicht.

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Geld scheffeln zum Welt retten

Neben der namensgebenden Schaufel spielt Geld die wichtigste Rolle im Spiel. Man findet den Mammon bei besiegten Gegnern, in Schatztruhen und unter Schutthaufen in Form von Münzen, Rubinen und Diamanten. Ganz harte Spieler können sogar Checkpoints zerstören, um noch mehr Geld zu bekommen, allerdings ist das so, als würde man ein Lagerfeuer bei Dark Souls löschen, also nicht empfehlenswert. Das Geld ist nicht einfach nur eine Zahl auf der Punkteleiste, sondern kann bzw. muss verwendet werden um neue Ausrüstung, Gesundheitsupgrades und Waffenverbesserungen zu kaufen.

Dies geschieht wiederum in Dörfern, die neben den Einkaufsmöglichkeiten auch Gespräche mit den Bewohnern und kleine Subquests bieten. Sie erinnern stark an die kleinen Ortschaften aus Zelda II und bieten eine schöne Entspannung zwischen den zehn knackig schweren Welten. Neben Dörfern und Burgen gibt es noch optionale Geschicklichkeitspassagen und Kampfbegegnungen, durch die eine lebendige Weltkarte mit vielen Orten entsteht.

Kurz und knackig

Shovel Knight hat mich voll und ganz überzeugt. Hinter der Verbeugung vor 8-Bit-Klassikern verbirgt sich ein Spiel mit vielen eigenständigen Ideen und liebevollen Details. Die einzelnen Level sind abwechslungsreich, sehr gut designt und fordern mit einem hohen Schwierigkeitsgrad. Versteckte Schätze und Areale sorgen dafür, dass man nicht nur zum Endgegner durchrennt, sondern die Gegend genauer erkundet. Die 8-Bit-Grafik ist sowohl auf dem großen PC-Bildschirm als auch auf dem kleinen Nintendo 3DS sehr charmant, wobei dessen 3D-Effekt für eine schöne Darstellung des Vor- und Hintergrundes sorgt. Der Chiptune-Sound schmeichelt nicht nur den Ohren von Nostalgikern und animiert außerdem zum mitpfeifen. Leider schwankt der Schwierigkeitsgrad manchmal sehr und einige Power-Ups wirken etwas übermächtig (Unverwundbarkeit für drei Sekunden!), alles andere ist aber wirklich allererste Sahne. Schade nur, dass nach ca. sechs Stunden bereits Schluss ist, aber dafür gibt es ein New Game+ und zusätzliche Kampagnen und Modi sollen kostenlos folgen.

Rating: ★★★★½

Preis: 14,99€

Homepage / Nintendo-Infoseite

Preis: 14,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X, Linux

Homepage / Forum (Steam)

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