Mrz 262015
 

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Nintendo entdeckte kostenpflichtige Downloadinhalte relativ spät als Geschäftsmodell für sich. Viel mehr als ein paar neue Level für die Mario-Brüder und Strecken für den Motorsport der beiden, gibt es nicht. Nach ersten Gehversuchen mit Steel Diver: Sub Wars wagt sich Nintendo abermals in einen Bereich vor, der von vielen Videospielern meist noch argwöhnischer betrachtet wird als DLC: Free-to-Play. Als großes Zugpferd benutzt man die knuffigen Pokémon und hofft wohl darauf, dass Kinder die Kreditkarten ihrer Eltern glühen lassen.

Candy Crush mit Taschenmonster

Pokémon Shuffle ist im Grunde ein klassischer Match-3-Puzzler, fügt dem Spielprinzip aber den „Schnapp-sie-dir-alle“-Aspekt aus dem Taschenmonster-Universum hinzu. Statt klassischer Level kämpft man in der jeder Stufe gegen ein anderes Pokémon. Zu Beginn eines „Kampfes“ sucht man sich sozusagen seine Spielsteine in Form der kleinen Monster aus. Dabei sollte man, wie in der Hauptserie, darauf achten, dass die eigenen Typen besonders effektiv gegen das Gegenüber wirken. Kämpft man im aktuellen Level gegen ein Feuer-Pokémon, nimmt man also am besten vier Wassermonster mit. Der Rest ist dann wie in vergleichbaren Spielen: Steine verschieben, Dreierreihe bilden, Steine verschieben, Viererreihe bilden, und so weiter…

Durch Erstellen von Reihen zieht man dem Gegner Lebensenergie ab und sind die Lebenspunkte auf null gebracht ist das Level geschafft. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit das feindliche Pokémon zu fangen und in den eigenen Kader aufzunehmen. Die Erfolgschance eines Fanges hängt dabei davon ab, wie effektiv man das Pokémon besiegt hat und wie viele Züge benötigt wurden. Hier fällt der Free-to-Play-Aspekt zum ersten Mal negativ auf. Trotz gelungener Kombis und weniger Züge sind die Fangchancen bei einigen Pokémon sehr gering und man ist fast gezwungen, Echtgeld für Superbälle auszugeben.

Kommt das Nintendo-Smartphone?

Zwar ist Pokémon Shuffle „nur“ ein Match-3-Puzzler wie etwa Candy Crush, aber die Erweiterung um das „Stein, Schere, Papier“-Kampfprinzip sowie den „Schnapp-sie-dir-alle“-Aspekt hebt es etwas von der Konkurrenz ab. Man freut sich auf jeden Kampf, wenn man vier besonders effektive Monstertypen in den Kampf schicken kann, jedes neu gefangene Pokémon treibt den Sammeltrieb voran und Kettenkombos mit Feuer-, Blitz- und Eisangriffen trieben mir immer wieder ein kleines Lächeln ins Gesicht.

Das Lächeln verschwindet jedoch relativ schnell, wenn sich der Free-to-play-Aspekt allzu deutlich bemerkbar macht. Jeder Kampf kostet ein Herzchen, wovon zu Beginn fünf zur Verfügung stehen. Ganz egal ob man einen Kampf gewinnt oder verliert – das Herzchen ist weg. Spätestens nach fünf Leveln bzw. Versuchen ist man also bei Null und benötigt wieder neue Energie. Die bekommt man durch Warten oder Echtgeld, wobei beide Formen nicht optimal gelöst sind.

Was kostet der Spaß?

Wer kein Geld ausgeben möchte, muss warten, und zwar 30 Minuten pro Versuch. Zudem können maximal fünf Versuche angesammelt werden. Spielt man also fünf Mal, muss man eine halbe Stunde warten, um einen neuen Versuch zu ergattern oder eben zweieinhalb Stunden für alle fünf. Wem das zu lange dauert, der kann auch neue Versuche mithilfe von Klunkern erwerben, die wiederum mit Echtgeld gekauft werden müssen. Die einfachste Variante ist ein Klunker für 0,99 Euro oder zwölf Klunker für 8,99 Euro. Umgerechnet sind das dann fünf Versuche für knapp einen Euro oder 80 Versuche für circa 9 Euro. Wer richtig tief in die Tasche greifen möchte, kann sich auch das „Sparpaket“ holen, bei dem es fast 500 Versuche für 47,99€ Euro gibt.

Insgesamt gibt es etwa 170 Stufen zu bezwingen bzw. Pokémon zu fangen. Ich bin ohne Geld auszugeben locker bis zur Stufe 80 gelangt, aber spätestens dann wird es etwas nervig, da man einige Stufen bei fehlgeschlagenen Fangversuchen wiederholen muss. Pokémon Shuffle ist das perfekte Spiel für zehn Minuten zwischendurch, vor dem zu Bett gehen oder wenn man auf dem Klo sitzt. Solltet ihr ein Smartphone besitzen, dann gibt es allerdings hunderte vergleichbarer Spiele, die ähnlichen oder sogar mehr Spaß machen. Nintendo sollte die Finger von Free-to-Play lassen oder sich sowohl beim Gameplay als auch bei der Preisstruktur verbessern. Mal sehen wie der Clash of Clans -Klon mit Fire Emblem-Charakteren oder der Angry Birds-Abklatsch mit Fox McCloud und Slippy wird.

Rating: ★★½☆☆

Preis: kostenlos (Free-to-play)

Homepage / Nintendo-Infoseite

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