Mrz 312015
 

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Hotline Miami ist eines der wenigen Videospiele, die unglaublich brutal, gewalttätig und verstörend sind und gleichzeitig nahezu ohne Kontroverse betrachtet werden. Fast alle sind sich einig: Das in Neonfarben und Elektrobeats gebettete Töten macht erschreckend viel Spaß! Mit dem Erscheinen vom zweiten Teil dürfen wieder Schädel zertrümmert und gleichzeitig mit dem Fuß gewippt werden.

Gleiche Grafik, gleiche Gewalt, gleiche Musik – dann ist ja alles gut

Auf den ersten Blick (und beim ersten Hinhören) hat sich bei Hotline Miami 2: Wrong Number nicht viel verändert. Top-Down-Ansicht, pixelige Grafik und ein Elektro-Soundtrack, der stellenweise auch auf einer guten Party laufen könnte. Gleich geblieben ist zudem, dass man die meiste Zeit über als Einzelgänger unterwegs ist und alle Gegner in einem Level auslöscht. Dabei stehen wieder die üblichen Verdächtigen wie Baseballschläger, Messer, Rohre, Schrotflinten, Maschinengewehre und die eigenen Fäuste zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es ein paar Neulinge, wie die Kettensäge oder das Scharfschützengewehr.

Auch am Spielablauf hat sich nicht allzu viel geändert. Rein in ein Gebäude, den ersten Gegner umhauen, den Baseballschläger schnappen, in einen Raum, zwei weitere Schergen vermöbeln, dem anstürmenden Fiesling ein Messer ins Gesicht werfen und dann mit der Schrotflinte ab in den zweiten Stock. So einfach, wie es sich liest, ist es aber auch diesmal nicht. Man stirbt viele Tode, bis man das Ende eines Levels erreicht; vom Ende des Spiels ganz zu schweigen. Wird man von Gegnern entdeckt, stürmen diese gnadenlos auf die Spielfigur zu oder schießen, was das Zeug hält. Ein Treffer reicht und schon ist das Spiel vorbei. Der Levelabschnitt beginnt dann von vorn. Zwischendurch speichern gibt es nicht (meine Faust tut vom wütenden auf-den-Tisch-hauen immer noch weh).

Eine auffällige Änderung sind zahlreiche Glaswände bzw. Fenster, die es zwar schon im Vorgänger gab, jedoch nicht so zahlreich. So kommt es, dass die Gegner einen schon über drei Räume hinweg sehen und einen töten, ohne dass man eine Ahnung hätte, woher der Schuss kam. Das ist manchmal unfair und fast immer nervig. Zudem hat sich an der künstlichen Intelligenz kaum etwas verändert. Steht man hinter einer Ecke und schlägt dem Vordermann einer Patrouille den Kopf ab, so gibt es vom Hintermann keine Reaktion. Auch ein Berg aus dutzenden Leichen verursacht keine Aufmerksamkeit. Einzig Schussgeräusche und der Anblick des spielbaren Charakters sorgen dafür, dass die Gegner zum Angriff übergehen oder Räume nach einem durchsuchen.

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

Die größte Veränderung im Spiel ist der Wechsel von einem Hauptcharakter auf mehrere spielbare Personen. Neben einer Gruppe Nachahmungstäter des Maskenträgers aus dem ersten Teil, schlüpft man in die Rolle eines Polizisten, eines Reporters, eines Soldaten, eines Anführers der russischen Mafia und noch vielen weiteren illustren Persönlichkeiten. Zwar sind dadurch, bis auf einige Ausnahmen, die wählbaren Masken aus dem ersten Teil weggefallen, dafür hat jeder Charakter in seinen Leveln eine andere Fähigkeit. Zudem wechselt die Geschichte nicht nur zwischen Personen, sondern auch Orten und Zeiten. Dadurch ist sie um einiges komplexer, fast schon konfus, bietet aber zudem viel Symbolik, kryptische Szenen und lässt viel Platz für Interpretationen.

Der fordernde Schwierigkeitsgrad, der Grafik- und Musikstil wurde (zum Glück) vom ersten Teil übernommen. Leider hat sich auch an der KI nicht viel getan und einige Elemente, wie die oben angesprochenen Fenster oder Feinde, die außerhalb des Sichtbereichs angreifen, sorgen für unnötige Frustmomente. Allein für die verrückte, spannende und fast schon mystische Geschichte lohnt sich Hotline Miami 2: Wrong Number aber allemal. Wie im Vorgänger gleitet man ab in eine wahnsinnige Welt voller Gewalt und verstörender Bilder und kann sich ihr schon nach kurzer Zeit nicht mehr entziehen. Der Sog in die krankhafte und zugleich faszinierende Welt hat im zweiten Teil von Hotline Miami nicht an Kraft verloren.

Wir bedanken uns bei gog.com für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsmusters.

Rating: ★★★★☆

Preis: 14,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X, Linux

Homepage / Forum (Steam)

Preis: €14,99 / $14,99

Extras: Cross-Buy

Homepage / Sony Entertainment Network

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