“Gut Ding will Weile haben” lautet eine alte Redewendung. Manchmal möchte man dem Volksmund zurufen, er soll doch einfach mal die Schnauze halten. Denn ihr kennt das sicher alle, dass ihr euch lange auf ein Spiel freut, welches dann aber in jedem Punkt jämmerlich enttäuscht. Eigentlich habe ich das mittlerweile ganz gut raus, meist schon anhand der Screenshots, aber spätestens nach dem ersten Gameplay-Trailer die Luschen auszumachen. Im Falle von Amy ist mir das im Vorfeld leider nicht gelungen, weshalb die Enttäuschung umso schwerer wiegt. Aber fangen wir von vorne an.
Mit Finnland verbindet man Kälte, Schnee, dunkle Tage und einsame Weiten. Aber Videospiele? Tatsächlich gibt es einige Finnen, die das Entwicklerhandwerk sehr gut beherrschen. Remedy zog viele Spieler mit Max Payne und Alan Wake in ihren Bann. RedLynx haben mit Trials HD die Messlatte für Arcade Spiele ordentlich angehoben und Rovio machten mit Angry Birds viele iPhone-Besitzer süchtig. Mittlerweile sind auch Frozenbyte aus Helsinki weit über die Grenzen ihres Landes hinaus bekannt. Erst lieferten sie mit Shadowgrounds eine ordentliche Alien-Ballerei, um dann mit Trine noch einmal ein paar Schippen an Qualität draufzulegen. Letzteres hat nun ein Sequel erhalten und Amadeus, Pontius und Zoya sind zurück.
Das Team von Ankama traut sich in neue Gefilde. Nach den erfolgreichen MMORPGs Dofus und Wakfu, begibt man sich ins Genre der Action-Adventures. Obwohl sich Wakfu noch in der offenen Beta-Phase befindet, gibt es bereits eine Zeichentrickserie, einen Comic und nun die Vorgeschichte für XBLA. Im Islands of Wakfu getauften Spiel wird dabei auf die Mythologie, Orte und Charakter der Online-Vorlage zurückgegriffen und eine zuckersüße Welt erschaffen.
Würdet ihr Battlefield nur mit der Sniper-Klasse spielen, um Geld zu sparen? Oder euch in TES: Skyrim nur die Dunkelelfen freischalten lassen um 5€ weniger für das Spiel zu bezahlen? Auch wenn es im ersten Moment absurd klingt, stellt euch Crimson Alliance vor eine ähnliche Frage. Entweder ihr legt euch für 1200 Microsoft Points alle drei spielbaren Klassen zu – Zauberer, Söldner und die Assassine – oder kauft euch für 800 nur eine davon. Ich finde dieses System nicht wirklich attraktiv, es wäre interessanter, wenn man für eine Klasse 400 Points verlangt hätte. Aber müsst ihr euch die Frage, ob ihr eine oder alle drei Klassen kauft, überhaupt stellen? Kommt mit mir in den Abgrund von Byzan und findet es heraus.
So ein Orkleben ist eher unkompliziert. Er rennt völlig sorgenfrei aus einer Tür heraus und wird im ungünstigsten Fall schon nach ein paar Sekunden zu Hackfleisch verarbeitet. Wer oder was ihn genau zu diesem Zeitpunkt an diese Stelle verfrachtet hat, können wir nur vermuten. Ist er ein Sträfling, ein Waise oder gar Familienvater? Oder wurde er nur gezüchtet für diesen einen, fatalen Moment? Wir erfahren es nicht, bekommen nur die Order “Orcs Must Die!” und befolgen sie blindlings. Denn wenn wir sie nicht um die Ecke bringen, töten sie uns. Gnadenlos. Und so verschwenden wir keinen weiteren Gedanken an ethische Bedenken, sondern schlachten Orks und anderes Ungeziefer im Sekundentakt – brutal und unbarmherzig – bevor sie dem zu beschützenden SPALT zu nahe kommen.
Es hätte alles so schön sein können. Ein erwachsenes Thema wird in Form eines 2D-Paltformers als Hommage an die guten alten Zeiten aufbereitet. Als Vorlage dient ein Klassiker der Sciene-Fiction-Literatur, über den eigentlich jeder Bescheid wissen sollte. Kurz nach dem Start des Spiels überkam mich dann auch direkt mal ein kleiner Nerdgasm. Patrick Steward wurde als Erzähler verpflichtet und Chris Hülsbeck ist für die Musik zuständig, die er zusammen mit dem Mazedonischen Orchester eingespielt hat. Dazu ist die Optik sehr stimmungsvoll geraten (mal abgesehen von den hölzernen Animationen): die Umgebung wird in einer Mischung aus Graustufen Sepia-Farbtönen dargestellt, wodurch die bunten Lichteffekte – meist in Assoziation mit den Aliens – besonders krass zur Geltung kommen.
Der folgende Satz fasst ganz gut meine Eindrücke zusammen, funktioniert aber leider nur auf englisch: “The Presentation is clearly Out of this World, but the Gameplay sure as hell is no Flashback to the good old days, when the Prince of Persia was all the rage”.



























Stalke uns!