Im Jahr 2003, als der Dual-Stick-Shooter Geometry Wars als Minigame in Bizarre Creations’ Xbox-Titel Project Gotham Racing seine Premiere feierte, ahnte noch niemand, welchen Impact dies auf die Videospielwelt haben würde. Der Nachfolger Geometry Wars: Retro Evolved erschien zwei Jahre später als Download-Game auf der Xbox 360 und mauserte sich innerhalb kürzester Zeit zum erfolgreichsten Xbox Live Arcade Titel seiner Zeit. Seitdem erschien auf der Xbox 360 (und auch auf vielen weiteren Plattformen) ein regelrechtes Heer an mehr oder minder originellen Dual-Stick-Shootern, die alle ein Stück vom großen Kuchen abhaben wollten.
Vielleicht mag sich der eine oder die andere noch an die tolle interaktive Gameshow 1 gegen 100 auf Xbox Live erinnern, bei der jedes Goldmitglied als Kandidat mitspielen und reale Preise gewinnen konnte. Es gab sicher einige Ärgernisse wie sich wiederholende Fragen oder Probleme mit der Verbindung, aber insgesamt hatte das Ganze, vor allem mit ein paar Freunden zusammen, doch wirklich sehr viel Spaß gemacht. Die Nachricht im letzten Jahr, dass es keine neue Staffel mehr geben wird, traf sicher nicht nur mich ziemlich unvorbereitet. Was hat das alles jetzt mit diesem Pokerspiel zu tun?
Ganz einfach: Full House Poker tritt sicher nicht an die Stelle von 1 gegen 100, so wie im Vorfeld gerne propagiert wurde. Es bietet einen speziellen Online-Modus, den man mit der Gameshow vergleichen kann, aber zum einen kostet Full House Poker Geld, zum anderen lassen sich (leider) keine realen Preise gewinnen, sondern lediglich Ingame-Items. Warum das Game aber trotzdem seinen Eintrittspreis von zehn Euro wert ist und eine Menge Spaß macht, lest ihr jetzt.
Wenn ihr Diablo oder einen der vielen Klone (Titan Quest, Sacred 2 etc.) kennt, dann kennt ihr auch Torchlight. Und das kommt nicht von ungefähr. Denn sämtliche Mitarbeiter des Entwicklers Runic Games arbeiteten zuvor an ähnlichen Projekten. Dem ikonischen Dungeon Crawler aus dem Jahre 1996 selber, an Fate, Hellgate: London und Mythos. Bei einer derart geballten Fachkompetenz wundert es nicht, dass Torchlight von allen Seiten überschwängliche Lobgesänge einheimsen konnte. Was sich auf dem PC seit nunmehr über 15 Jahren als überaus erfolgreiche Gattung tummelt, kann auf Konsolen nur vergleichsweise wenige herausragende Vertreter vorweisen.
Das erste Projekt von Runic Games erfindet das Genre keinesfalls neu oder hat irgendwelche Innovationen zu bieten. Es legt stattdessen Wert darauf, die Kernkompetenzen eines Dungeon Crawlers – kämpfen ohne Ende, bergeweise Beute sammeln und den Charakter aus einem großen Pool von Fähigkeiten personalisieren – besonders hervorzuheben und ihnen den nötigen Feinschliff zu verpassen.
Wenn ein Genre auf der Dreisechzig hoffnungslos unterrepräsentiert ist, dann ohne Zweifel der gute alte 2D-Platformer mit Erkundung im Stile von Super Metroid. Mit Shadow Complex und Castlevania Symphony of the Night tummeln sich zum Glück zwei absolute Hochkaräter auf dem Marktplatz, aber gegen weitere spielenswerte Vertreter hat sicher niemand Einwände. Astroman spielt zwar nicht in der gleichen Liga wie die zwei zuvor genannten Titel, macht für ein Zwei-Mann-Projekt (drei wenn man die Musik miteinbezieht) aber erstaunlich viel richtig.
Das beginnt mit der Optik, die sich im Vergleich zu den meisten Xbox Indies wirklich sehen lassen kann. Gleiches lässt sich über den gelungenen, sieben Tracks beinhaltenden, Soundtrack sagen. Beim Gameplay erwarten euch keine Überraschungen. Der Protagonist kann wie gehabt springen und sich mit seinem Laser der vielfältigen außerirdischen Lebensformen erwehren. Die Schussstärke bleibt im gesamten Spiel unverändert, dafür lassen sich die Sprung- und Gleitfähigkeiten mehrfach verbessern.
Lange genug hat’s gedauert, doch nun endlich greift jemand die Grundidee von Micro Machines 2 auf und macht daraus eine Neuauflage. Das Knock-Out-Rennen, bei dem die Opponenten mit allen Mitteln aus dem Bild gedrängt werden müssen, ist allerdings nur eine von vier Mehrspieler-Varianten bei TNT Racers. Die größten Unterschiede sind zunächst die optische Darstellung (isometrisch statt direkt von oben) und der Einsatz einer Vielzahl von Extras. Bei näherem Hinsehen ist vor allem das Streckendesign erheblich konventioneller, außerdem fehlt die tolle Abstoß-Physik der Autos des Oldies vollständig.
Okay, das war jetzt recht viel Insider-Gerede direkt zu Beginn. Bei TNT Racers (und Micro Machines) handelt es sich um einen Fun Racer, wie man heute sagt. Es wird zwar ein umfangreicher Einzelspieler-Modus geboten, zur Blüte reift das Konzept allerdings erst mit mehreren Mitspielern (bis zu vier, on- oder offline). Die Ziele sind je nach Modus verschieden, das Grundprinzip bleibt aber immer gleich: Ihr dreht in einem Fantasieflitzer auf diversen thematisch unterschiedlichen Strecken eine Runde nach der anderen und müsst besser sein als die Konkurrenz.
Auch an mir ging seinerzeit eines der schönsten Spiele des Jahres 2003 vollständig vorbei. Mir sind die Umstände nicht mehr klar im Gedächtnis wie es dazu kam, dass ich mir die Demo für den PC anschaute. Aber bereits nach ein paar Minuten war ich gefangen von dem wundervollen Artdesign und schon kurze Zeit später stand der Titel für meine damals aktuelle Konsole (GameCube) im Regal. Leider ist Beyond Good & Evil mit seinen zehn bis zwölf Stunden Spielzeit viel zu schnell vorbei, dafür bleibt es einem mit seinem variationsreichen Gameplay und den interessanten Charakteren für immer im Gedächtnis.
Dem Spiel war damals leider kein kommerzieller Erfolg vergönnt, umso schöner also, dass nun auch eine neue Generation Dank der HD-Neuauflage in den Genuss dieser Perle kommen darf. Was damals noch als Vollpreisspiel über den Tresen ging, wird von Ubisoft nun als Download für zehn Euro angeboten. Wenn ihr über die detailarme, aber dafür stilistische schöne Grafik hinwegsehen könnt, dann müsst ihr spätestens jetzt einen Blick riskieren.
Allerdings muss ich Ubisoft direkt zu Beginn noch einen dicken Rüffel verteilen. Bei der Steuerung existiert nämlich lediglich die Option, die komplette Steuerung, also X- und Y-Achse gleichzeitig zu invertieren. Dieser Umstand wird sicher viele davon abhalten, dass sie sich weiter mit dem Spiel beschäftigen (bitte bringt einen Patch hierfür raus!).



























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